Wie kleine Details den Unterschied machen
Gelinkte Naht, Bündchen, Griff und Gewicht: sechs Prüfungen, mit denen Sie die Qualität eines Strickteils in zwei Minuten selbst beurteilen.
Besonderes

Zwischen einem guten und einem außergewöhnlichen Kleidungsstück liegen oft nur Millimeter: in der Naht, im Bündchen, im Fall des Stoffes. Das Angenehme daran ist, dass sich diese Millimeter prüfen lassen, und zwar ohne Fachwissen und in zwei Minuten. Hier stehen die Stellen, an denen wir selbst zuerst nachsehen.
Die Naht, die man nicht sehen soll
An der Schulter eines Strickteils treffen zwei Flächen aufeinander, und dafür gibt es zwei Wege. Der schnelle ist die Overlocknaht: Die Ränder werden übereinandergelegt, beschnitten und umschlungen. Das geht in Sekunden, trägt aber auf und macht die Naht steif.
Der aufwendige Weg ist die gelinkte Naht. Dabei wird Masche für Masche einzeln aufgenommen und verbunden, sodass eine flache, dehnbare Verbindung entsteht. Fahren Sie mit dem Finger von innen über die Schulternaht: Spüren Sie einen Wulst, wurde geoverlockt. Fühlt sich die Stelle an wie der Rest des Gestricks, wurde gelinkt.
Der Unterschied ist nicht nur eine Frage des Komforts. Eine gelinkte Naht dehnt sich mit dem Gestrick mit und reißt deshalb nicht an der Schulter, wenn Sie den Arm heben. Sie ist einer der Gründe, warum ein Stück nach zehn Jahren noch trägt.
Bündchen und Abschlüsse
Bündchen sind der Ort, an dem ein Strickteil zuerst altert. Der Test dauert drei Sekunden: Dehnen Sie das Bündchen kräftig und lassen Sie los. Springt es sofort in seine Ausgangsform zurück, stimmt die Konstruktion. Bleibt es geweitet stehen, wird es das in einem Jahr dauerhaft tun.
Sehen Sie sich zusätzlich an, wie das Bündchen angesetzt ist. Bei sorgfältiger Fertigung ist es aus demselben Garn gestrickt und nahtlos angesetzt, nicht als separates Band angenäht. Bei einem Stück wie dem Albani Cashmere Pullover Sphinx sehen Sie die Rippenstruktur ohne Übergang in die Fläche laufen.
Der Griff verrät die Faser
Nehmen Sie das Stück in die Hand und drücken Sie es in der Faust zusammen. Öffnen Sie die Hand und sehen Sie zu, was passiert. Gutes Kaschmir erholt sich innerhalb weniger Sekunden fast vollständig, weil die lange Faser eine hohe Rückstellkraft hat. Minderwertige Ware bleibt zerknautscht liegen.
Ein zweiter Test: Legen Sie die Handfläche flach auf das Gestrick und lassen Sie sie dort einen Moment liegen. Kaschmir gibt die Wärme sofort zurück, ohne sich feucht anzufühlen. Eine Mischung mit hohem Synthetikanteil bleibt zunächst kühl und wird dann klamm.
Was Sie beim Anfassen nicht prüfen können, ist die Faserlänge, und genau die entscheidet über die Knötchenbildung. Dafür hilft nur die Frage nach der Qualität des Garns; wie das zusammenhängt, steht im Beitrag über die italienische Strickkunst.
Knöpfe, Blenden und was daran hängt
Bei Strickjacken lohnt der Blick auf die Knopfleiste. Sie sollte mit einem Band unterlegt sein, sonst zieht sich das Gestrick unter dem Gewicht der Knöpfe schief. Die Knopflöcher sind bei guter Ware gestickt, nicht gestanzt, und die Knöpfe selbst sind mit einem Stiel angenäht, damit die Blende beim Schließen flach bleibt.
Das klingt kleinteilig, aber es ist der Unterschied zwischen einer Strickjacke, die nach zwei Jahren noch gerade fällt, und einer, die sich in Wellen legt. Bei einem Stück mit durchgehender Blende wie dem Dolci Cashmere Cardigan Sphinx tragen diese Details die gesamte vordere Silhouette.
Das Gewicht als ehrlicher Hinweis
Zwei Pullover in derselben Größe können sich im Gewicht um dreißig Prozent unterscheiden. Der schwerere hat mehr Material in der Fläche, hält die Form länger und wärmt besser. Der leichtere fühlt sich auf dem Bügel angenehmer an und ist im Zweifel schlicht dünner gestrickt.
Das heißt nicht, dass schwer immer besser ist. Für Sommerstrick und für Reisen ist leicht genau richtig. Es heißt nur: Wenn zwei Teile gleich aussehen und gleich viel kosten, sagt das Gewicht Ihnen, in welches mehr Material geflossen ist.
Sechs Prüfungen in zwei Minuten
Schulternaht von innen ertasten: flach oder wulstig?
Bündchen dehnen und loslassen: springt es zurück?
Gestrick in der Faust zusammendrücken: erholt es sich?
Gegen das Licht halten: bleibt die Fläche geschlossen?
Bei Jacken die Knopfleiste prüfen: unterlegt, Knopflöcher gestickt?
Gewicht in der Hand mit einem Vergleichsstück abwägen.
Wer diese sechs Punkte einmal geübt hat, erkennt Qualität schneller als über jedes Etikett. Und was in diesen Prüfungen besteht, hält in der Regel auch das, was der Preis verspricht.
Häufige Fragen
Was ist eine gelinkte Naht?
Eine Verbindung, bei der Masche für Masche einzeln aufgenommen und verbunden wird. Sie bleibt flach und dehnt sich mit dem Gestrick, während eine Overlocknaht aufträgt und an der Schulter unter Spannung steht.
Wie prüfe ich die Qualität eines Bündchens?
Kräftig dehnen und loslassen. Springt das Bündchen sofort in seine Form zurück, ist die Konstruktion in Ordnung. Bleibt es geweitet, wird es sich im Alltag dauerhaft ausleiern.
Woran erkenne ich Kaschmir mit hohem Synthetikanteil?
Legen Sie die Handfläche flach auf. Reines Kaschmir gibt Wärme sofort zurück und bleibt trocken im Griff, ein hoher Synthetikanteil fühlt sich zunächst kühl an und wird dann klamm.
Ist ein schwerer Pullover immer besser?
Nein, aber bei zwei optisch gleichen Stücken zeigt das Gewicht, in welches mehr Material geflossen ist. Für Sommerstrick und Reisegarderobe ist ein leichtes Gestrick die bessere Wahl.
Warum sind gestickte Knopflöcher besser als gestanzte?
Weil sie die Maschen einfassen, statt sie zu durchtrennen. Ein gestanztes Loch franst mit der Zeit aus, ein gesticktes hält die Kante und verhindert, dass die Blende einreißt.
Kommen Sie gern in den Showroom und prüfen Sie diese Punkte an unseren Stücken selbst. Die gesamte Cashmere-Kollektion steht Ihnen auch online offen.



