Cashmere richtig pflegen und bewahren
Kaschmir waschen, trocknen und lagern, ohne ihm zu schaden. Wollgang bei 15 Grad, liegend trocknen, gefaltet aufbewahren, plus Antworten auf häufige Fragen.
Mode

Kaschmir hat den Ruf, heikel zu sein. Tatsächlich ist das Gegenteil richtig: Ein gut gearbeitetes Stück verzeiht mehr als die meisten Baumwollshirts, wenn man ein paar Grundsätze kennt. Die wichtigsten davon haben mit Wasser weniger zu tun als mit Luft, Zeit und der Art, wie Sie Ihre Lieblingsstücke aufbewahren.
Wir werden im Showroom kaum etwas so oft gefragt wie das hier: Darf der Pullover in die Maschine? Die kurze Antwort lautet ja. Die längere steht in diesem Beitrag.
Warum gutes Kaschmir weniger Pflege braucht als sein Ruf
Der Unterschied entscheidet sich lange vor der ersten Wäsche, nämlich an der Faser. Für unsere Strickteile verwenden wir ausschließlich langhaarigen Kaschmir in der Feinheit 2/28. Lange Fasern lassen sich fester verzwirnen und bleiben im Garn, statt sich bei Reibung herauszuarbeiten. Genau dieses Herausarbeiten ist es, was bei billiger Ware nach wenigen Wochen zu Knötchen führt.
Kurzstapelige Ware fühlt sich im Laden oft ähnlich weich an, weil sie stark gewalkt wird. Der Unterschied zeigt sich erst im dritten Winter. Wer einmal ein Stück besessen hat, das nach Jahren noch aussieht wie am Anfang, versteht, warum sich die Cashmere-Kollektion preislich dort bewegt, wo sie sich bewegt.
Waschen: kühl, kurz und mit dem richtigen Mittel
Kaschmir ist ein Haar und verhält sich wie eines. Es mag lauwarmes Wasser, kurze Behandlung und keine Aggressivität. Was ihm schadet, ist nicht die Maschine an sich, sondern Hitze, langes Bewegen im Wasser und die falsche Chemie.
In der Waschmaschine
Wählen Sie den Wollgang bei 15 bis maximal 30 Grad und ein Feinwaschmittel. Drehen Sie das Teil auf links und geben Sie es in ein Wäschenetz, damit es sich nicht an Reißverschlüssen anderer Wäsche scheuert. Den Schleudergang stellen Sie ab oder auf höchstens 400 Umdrehungen.
Viele erleben dabei eine Überraschung: Die Faser quillt im kalten Wasser leicht auf und liegt danach dichter. Das Stück kommt weicher aus der Maschine, als es hineingegangen ist.
Von Hand
Lösen Sie einen Spritzer Feinwaschmittel in lauwarmem Wasser auf, legen Sie das Teil hinein und lassen Sie es zehn Minuten ruhen. Drücken Sie es sanft durch, ohne zu reiben oder zu rubbeln. Zum Schluss klar nachspülen und das Wasser vorsichtig herausdrücken, niemals wringen.
Was nicht ins Wasser gehört
Weichspüler legt sich als Film auf die Faser und nimmt ihr genau die Bauschigkeit, für die Sie bezahlt haben.
Vollwaschmittel enthält Enzyme, die Eiweiß abbauen. Kaschmir besteht aus Eiweiß.
Bleichmittel und alles, was mit Sauerstoff aufhellt, greift die Schuppenschicht an.
Trocknen und in Form bringen
Legen Sie das nasse Stück flach auf ein trockenes Handtuch, rollen Sie beides locker ein und drücken Sie die Rolle an. So verlässt der größte Teil des Wassers das Gestrick, ohne dass Sie daran ziehen. Anschließend legen Sie das Teil flach auf ein frisches Handtuch und ziehen es in seine Form: Schultern gerade, Bündchen und Saum in ihre ursprüngliche Breite.
Was Sie vermeiden sollten, ist der Kleiderbügel. Nasses Gestrick trägt sein eigenes Gewicht nicht und längt sich in den Schultern, unwiderruflich. Heizung und direkte Sonne sind aus dem gleichen Grund keine gute Idee wie heißes Wasser. Ist das Stück trocken, geben Sie ihm mit einem Dampfbügeleisen aus zehn Zentimetern Abstand einen Schwall Dampf, ohne es zu berühren. Danach sieht es aus wie neu.
Zwischen dem Tragen hilft Luft mehr als Wasser
Die häufigste Ursache für vorzeitig müde Strickteile ist nicht zu wenig Pflege, sondern zu viel Wäsche. Kaschmir ist selbstreinigend: Die Faser gibt Gerüche und Feuchtigkeit von allein ab, wenn man ihr die Gelegenheit dazu gibt.
Hängen Sie ein Stück nach drei bis vier Trageeinheiten für einen Tag an die frische Luft, an einen schattigen Platz und nicht in die pralle Sonne. In den meisten Fällen erübrigt sich der Waschgang damit. Zwei- bis dreimal pro Saison zu waschen ist für ein regelmäßig getragenes Teil völlig ausreichend.
Knötchen: woher sie kommen und wie sie verschwinden
Auch bester Kaschmir bildet an Reibungsstellen Knötchen, am Gurtband einer Umhängetasche, an der Innenseite der Oberarme, am Sitz einer Autolehne. Das ist kein Mangel, sondern Physik. Bei langfaserigem Garn hört es nach den ersten Wochen weitgehend auf, weil die wenigen losen Faserenden dann heraus sind.
Zupfen Sie die Knötchen nicht ab, dabei ziehen Sie eine ganze Masche mit heraus. Legen Sie das Teil stattdessen flach hin und fahren Sie mit einem Kaschmirkamm oder einem Wollrasierer in eine Richtung darüber. Bei einem grob gestrickten Stück wie dem Dolci Cashmere Pullover Quarz arbeiten Sie dabei mit der Laufrichtung des Zopfmusters.
Aufbewahren, besonders über den Sommer
Zwei Regeln, mehr braucht es nicht. Erstens: gefaltet aufbewahren, nie hängend. Ein Kaschmirpullover an der Stange verliert innerhalb einer Saison seine Schulterlinie. Zweitens: nur sauber einlagern. Motten interessieren sich nicht für Wolle an sich, sondern für Hautschuppen und Schweißreste darin. Ein Stück, das gewaschen in den Schrank geht, ist für sie uninteressant.
Für die Sommerpause packen Sie Ihre Strickteile in einen Baumwollbeutel, nicht in Plastik, denn darin staut sich Feuchtigkeit. Zedernholz oder ein Lavendelsäckchen daneben halten Motten fern, ohne dass die Fasern etwas abbekommen. Großformatige Stücke wie den Garda Cashmere Poncho falten Sie locker und mit möglichst wenigen Kanten, damit sich keine dauerhaften Knicke bilden.
Fünf Dinge, die Sie sich sparen können
Chemische Reinigung als Regelfall. Einmal pro Saison ist unproblematisch, häufiger trocknet die Lösungsmittelbehandlung die Faser aus.
Der Trockner, auch auf der Schonstufe. Hitze und Bewegung zusammen sind genau die Kombination, die Wolle verfilzen lässt.
Fleckenentferner direkt auf der Faser. Tupfen Sie stattdessen mit lauwarmem Wasser von außen nach innen.
Bügeln mit Auflagedruck. Dampf ohne Kontakt erreicht dasselbe, ohne das Gestrick platt zu drücken.
Der Bügel im Schrank, in jeder Jahreszeit.
Häufige Fragen
Darf Kaschmir in die Waschmaschine?
Ja. Wollgang bei 15 bis 30 Grad, Feinwaschmittel, Schleudern aus oder auf höchstens 400 Umdrehungen, das Teil auf links und im Wäschenetz. Entscheidend sind die niedrige Temperatur und die kurze Bewegung im Wasser, nicht die Frage Hand oder Maschine.
Wie oft muss ich einen Kaschmirpullover waschen?
Zwei- bis dreimal pro Saison genügt bei regelmäßigem Tragen. Zwischendurch reicht es, das Stück nach drei bis vier Trageeinheiten für einen Tag an die frische Luft zu hängen. Die Faser reinigt sich dabei weitgehend von selbst.
Was mache ich gegen Knötchen im Kaschmir?
Nicht abzupfen, sondern das Stück flach hinlegen und mit einem Kaschmirkamm oder Wollrasierer in eine Richtung darüberfahren. Bei langfaserigem Kaschmir lässt die Knötchenbildung nach den ersten Wochen deutlich nach.
Wie bewahre ich Kaschmir über den Sommer auf?
Gewaschen, gefaltet und in einem Baumwollbeutel, nie hängend und nie in Plastik. Zedernholz oder Lavendel daneben hält Motten fern. Motten reagieren auf Hautschuppen und Schweißreste, ein sauber eingelagertes Stück ist für sie uninteressant.
Darf Kaschmir in den Trockner?
Nein, auch nicht auf der Schonstufe. Hitze und mechanische Bewegung zusammen lassen die Faser verfilzen, und das ist nicht rückgängig zu machen. Flach auf einem Handtuch trocknen und anschließend mit Abstand abdämpfen.
Wenn Sie ein Stück haben, bei dem Sie unsicher sind, bringen Sie es mit. Wir sehen es uns im Showroom an und sagen Ihnen, was sich noch retten lässt. Mehr darüber, woher unsere Garne kommen und warum wir in Italien fertigen lassen, steht auf der Seite Über uns.



